Android auf dem Handy

... und welchen Messenger nehme ich?

Für mich ist Threema unter den Messengern der Favorit, was nicht bedeutet, dass es auch andere Messenger gibt, die guten Datenschutz bieten. Fast alles ist besser als WhatsApp.

Man muss aber ganz eindeutig sagen, dass der moderne Mensch heutzutage mit nur einem Messenger gar nicht mehr zurecht kommt. Jeder benutzt was anderes. Zum Glück bieten Handys heute auch so viel Speicher an, dass es gut möglich ist, einfach alle zu installieren. Die Sorge, dass man mit drei Messengern drei mal so viel Nachrichten bekommt ist unbegründet. Jeder benutzt ja nur einen für den jeweiligen Kontakt. Das ist natürlich nicht optimal, aber man muss wohl damit leben.

Wenn man Threema neu installiert oder erneut installieren muss, weil man ein neues Handy kaufte, dann sollte man es nicht im App Store auf dem Telefon kaufen, sondern bei Threema im Internet mit dem Computer mit folgenden Vorteilen:

Threema Shop

Da kann man dann eine Lizenz Datei und die Threema APK-Datei herunterladen und auf dem PC speichern. Sein eigenes Threema lässt sich so immer wieder auf jedem neuen Telefon herstellen, ohne erneut zu bezahlen und bei anderen mit neuer ID ein weiteres Mal aufzutauchen. Auch wenn diese Version irgendwann alt ist geht das, denn Threema macht dann sofort das Update.

Die App selbst wird dann durch Übertragung der APK-Datei auf das Handy und per Sideload durch Aufruf der APK installiert. Zum Sideload später noch.

Jede App unter Android wird von einer APK Datei aus installiert. Mit APK Dateien kann man jeden App Store umgehen. Ein Backup aller Nachrichten kann man dann auf dem Telefon selbst machen, falls es wichtig ist, nicht nur Kontakte und die alte ID wieder zu haben, sondern auch alle Nachrichten.

Einige App Herstellen bieten solche APK-Dateien direkt ohne jeden App Store an.

Android

Google ist das naturgemäss ein Dorn im Auge und darum wird ein Standard Google Android diese Möglichkeit ab September 2026 auch für ältere Versionen nicht mehr bieten. Google behindert es auch für ältere Android Versionen.

keep Android open

Google verkompliziert sogenannte „Sideloads“ so stark, dass es niemand mehr tun wird. Eine erzwungene Wartezeit von 24 Stunden wirkt wie ein Verbot, aber Google kann immer noch behaupten „Wir verbieten doch nichts“. Was jedoch nichts daran ändert, dass Google euer bezahltes Eigentum so verändert, dass ihr euer Eigentum nicht mehr so nutzen könnt, wie man es mit Eigentum eben macht.

Das ist ein weiterer sehr starker Grund, auf googlefreie Android Varianten umzusteigen.

Hier findet man verschiedene Android Varianten ohne Google:

https://openandroidinstaller.org/

Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel über Umstiegsangst von Windows auf Linux.

Ähnlich verhält es sich mit einem neuen Android auf dem Telefon. Ich klammere Apple mit den iPhones bewusst aus, denn erstens bin ich nicht scharf auf die nur ein klein wenig verbesserte Privatsphäre im goldenen Käfig und zweitens sind diese Produkte völlig überteuert.

Hier geht es also um googlefreies Android.

Nun kann man Google ja huldigen, dass Android von ihnen kostenlos und offen angeboten wird. Könnte man, wenn man nicht wüsste, dass Google für Android einen freien Linux Kernel benutzte und darum gar nicht anders handeln konnte. Das ist wohl auch der Grund, warum Google die meisten Spion- und Schmarotzerfunktionen in die eigenen (nicht offenen) Apps baute. Wer die Google Tastatur (ja, auch sie ist eine App und austauschbar) und Google Maps zur Navigation benutzt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), hält Google schon mal immer auf dem Laufenden über sich.

Für mich ist das mindestens so infam wie die Änderung ab September 2026

Vor vielen Jahren installierte ich also /e/ OS auf dem neu gekauften Fairphone und machte folgende Erfahrung.

Auch bei diesem Umstieg handelt es sich nicht um ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

/e/ OS ist in der Tat ein völlig ursprüngliches Android ohne Bloatware und anderes unnützes Zeug des Herstellers. Alleine dadurch wird jeder Android Benutzer sofort klar kommen, auch wenn fernöstliche Hersteller sogar die Oberflächen so weit manipulieren, dass die Ursprünglichkeit deutlich leidet. Es kann und wird also sein, dass man sich für ein paar Tage in einer neuen Umgebung mit quasi gleichen Funktionen zurecht finden muss, aber die eigentliche Nutzung ist dadurch kaum betroffen. Jede App bietet ja immer noch die bekannte Oberfläche. Umstiegsangst? Unnötig.

Dass /e/ OS nicht mehr mit Google kommuniziert erkennt man am deutlich gesunkenen mobilen Datenverbrauch. Es sendet ja nicht mehr zwischen 12 und 15 MB täglich zu Google.

Der App Store heisst unter /e/ OS App Lounge und informiert bereits vor einer Installation nicht nur über die Userbewertung der App, sondern auch über Datenschutzmerkmale. Berechtigungen einer App und eingebaute Tracker (also Schmarotzer und Spione) kann man bereits vorher einsehen. Zusätzliche App Stores wie F-Droid lassen sich problemlos installieren. Damit hat man immer noch tausende Apps zur Auswahl und ist nicht eingeschränkt. Sogar die klassischen Spion-Apps kann man immer noch installieren, wenn man sich davon abhängig wähnt. Unnötig zu sagen, dass bei /e/ OS auch Sideload nicht eingeschränkt ist.

Als Fazit kann man also sagen, dass auch hier Umstiegsangst nicht nötig ist. Es ist von Anfang an so vertraut, dass man gut zurecht kommt, auch wenn das eine oder andere leicht verändert aussieht. In wenigen Tagen ist alles erledigt. Im Gegensatz zum Umstieg von Windows auf Linux, beschleunigt dieser Umstieg nicht spürbar das Gerät. Offene Android Versionen sparen zwar die ganzen Google typischen Aktionen auf dem Handy, aber das wirkt sich nicht so stark aus, dass man eine Handy Generation überspringen könnte.

Sinvoll ist es trotzdem und die Anbieter unter https://openandroidinstaller.org/ zeigen auch Gerätelisten, bei denen eine Installation mit wenigen Handgriffen am PC zuhause machbar ist.