die eigene Cloud
... ist Nextcloud.
Entstanden ist alles, weil ich vor vielen Jahren schon Wohnung und Job aufgab und mit dem Land Rover auf Reisen ging.
Nun kann man sich ja vorstellen, dass man für lange Reisen (und damit meine ich nicht einige Wochen) viele wichtige Papiere und Unterlagen dabei haben möchte. Im Land Rover findet sich dafür kein Platz. Es ergab sich schnell, dass es auch nicht sein muss, dass viele Papiere, Dokumente und Bilder während dieser Zeit in einem Lager liegen. Ich machte mich daran, alle alten wichtigen Unterlagen, sowie Bilder und Dias zu scannen und zu speichern. Das Papier behielt ich nur bei sehr wichtigen Dokumenten, die im Original vorhanden sein müssen. Den Rest, vor allem Bilder, Dias und unwichtigeres Papier, entsorgte ich. Inzwischen besitze ich nur noch einen einzigen Ordner und meine Nextcloud.
Grundsätzliches über Clouds
Egal ob Google Drive oder Nextcloud oder Dropbox.
Eine Cloud kann man sich vorstellen wie einen eigenen Computer im Internet, der reduzierte Funktionen hat. Diese Funktionen sind die Apps, die in dieser Cloud (auf diesem Computer) installiert sind. Die Hauptfunktion ist die Bereitstellung von Speicherplatz. Eine Spezialität dieses Computers im Internet ist, dass man durch Freigaben auch andere Menschen auf bestimmte Bereiche zugreifen lassen kann. Beim eigenen Computer zuhause wäre das die eigene Festplatte, auf die man aber niemand von aussen zugreifen lassen kann/will. (Prinzipiell natürlich schon, aber nur mit viel Aufwand und Unsicherheit.)
Um diese Vorteile auf allen eigenen Geräten (Handy, Tablet, Computer) geniessen zu können und überall die gleichen Informationen nutzen zu können, muss man auf jedem Gerät einen Client für diese Cloud benutzen. Ausser bei Handys und Tablets mit unverändertem Android. Da ist der Client für Google gleich eingebaut, aber dafür greift Google auch einfach alle Infos ab. Für jede andere Cloud braucht man den Client, der die Synchronisationen und alles zur Verfügung stellt, was Google auch bietet. Im Falle von Nextcloud wirklich privat, ohne dass ein Cloudanbieter in jedes Mail und jede Datei schauen kann.
Weitere Funktionen dieses Computers im Internet (Cloud) sind Kalender, Kontakte, Sofortupload.
Der Sofortupload ist in den Clouds die Möglichkeit, bestimmte Ordner auf dem Gerät (Handy, Tablet) sofort mit eigenen Ordnern der Cloud im Internet zu synchronisieren. Interessant ist das zB für Bilder. Macht man ein Foto mit dem Handy, dann speichert es dieses Foto idR in einem DCIM Ordner. DCIM bedeutet Digital Camera Images. Der Cloud Client auf dem jeweiligen Gerät checkt auswählbare Sofortupload Ordner immer auf Veränderungen und synchronisiert den Inhalt sofort. Darum landen zB bei Nextcloud die Bilder dann im eigenen Sofortuploadordner. Google schnappt sich bei unverändertem Android die Bilder ebenfalls sofort und lädt sie in ein Google Drive.
Ein gutes Beispiel ist, als ich auf Reisen mein Handy ins Meer fallen lies. Nichts war verloren, denn alles war ja in der Cloud. Sogar die letzten gemachten Bilder wenige Minuten vorher, waren per Sofortupload in der Cloud gespeichert.
Nextcloud
Nextcloud bietet genau das gleiche wie Google Drive oder Dropbox, sogar mehr. Nur, dass Google oder andere die Inhalte der eigenen Nextcloud nicht für Werbung nutzen können. Das ist der einzige Grund, warum Google seine Dienste so bequem wie möglich macht. Google leitet einfach alles automatisch zu sich und darum hat man keine Arbeit damit.
Dateisynchronisierung
Jedes Synchronisationsprogramm (wie Google Drive, Dropbox oder Nextcloud) zeigt Dateien und Ordner im Internet an, die es über eine bestehende Internetverbindung beim Cloudanbieter sehen kann. Braucht man Dateien auch dann, wenn möglicherweise keine Internetverbindung da ist, dann muss man diese Dateien vorher schon auf das Gerät (Handy) synchronisieren. Das macht man indem man in der Nextcloud App am Handy den entsprechenden Ordner anzeigt, dann rechts auf die drei Punkte tippt und „synchronisieren“ auswählt.
Alle Dateien in diesem Ordner (auch neu hinzugefügte) werden nun auf dem Gerät UND im Internet (Nextcloud) gespeichert. Mit dem + Zeichen rechts unten auf dem Handy kann man jederzeit Dateien dazu laden (zB fotografierte Reisetickets oder Papiere). Jetzt sind sie auf dem Gerät UND in der Nextcloud im Internet.
Das ganze nennt sich Virtual File System und hat den Vorteil, dass der Speicher im Handy nicht so gross sein muss wie der im Internet, aber bei bestehender Internetverbindung trotzdem alles so gezeigt werden kann, als wäre es tatsächlich auf dem Handy. Darauf tippen lädt genau diese eine Datei dann erst herunter und öffnet sie. Erst „synchronisieren“ sorgt dafür, dass es auf dem Handy tatsächlich auch gespiegelt, also physikalisch vorhanden ist. Ein grosser Vorteil ist, dass man auch dann, wenn man alles verloren hat, weiter an Kopien seiner Dokumente kann.
An jedem Internetfähigen Computer kann man sich einloggen. Man darf allerdings auf keinen Fall vergessen sich danach wieder auszuloggen, sonst können alle, die den Rechner benutzen, auch hinein.
Die Nextcloud bietet zusätzlich die Speicherung des Kalenders, von Notizen bzw von Aufgaben an. Gerade bei den gespeicherten Kontakten muss man also keine Angst haben, dass Google sie auch besitzt. Was man von den eigenen Kontaktdaten ja nicht unbedingt erwarten kann, denn wer ein Google Android benutzt und mich in seiner Kontaktsammlung hat, speichert damit auch meine Daten bei Google. Gefragt hat mich da noch nie jemand.
Freigaben

Man kann ganze Ordner oder Dateien freigeben. Was bedeutet das?
In die eigene Cloud kann man ja normalerweise nur, wenn man sich eingeloggt hat. Dann hat man Zugang zu sämtlichen Dateien, den man aber nicht jedem gewähren will. Will man jemand anderem nun aber Zugang zu bestimmten Dateien oder Ordnern gewähren, dann kann man eine sogenannte Freigabe erzeugen. Das funktioniert so, dass man einen Freigabelink erzeugt, der für jeden, der diesen Link besitzt einen Zugang zu diesen freigegebenen Dateien ermöglicht.
Möchte ich den Ordner „xyz“ jemandem zur Verfügung stellen, dann klicke ich auf das +Männchen Symbol und bekomme am rechten Rand des Internetbrowsers die „Teilen" Spalte angezeigt. Hier muss man bei „Link teilen“ auf das + klicken und der Freigabelink für die Datei oder den Ordner, auf dessen Männchen man geklickt hat, wird erzeugt. Wenn man das gemacht hat, wird in einem kleinen Fenster kurz angezeigt, dass der Link kopiert wurde. Er befindet sich jetzt also in der Zwischenablage des Computers und kann überall (zB in ein Mail oder eine andere Nachricht) eingefügt werden.
Klickt man auf die drei Punkte, erscheinen weitere Freigabeoptionen. Unter anderem „Freigabelink anpassen“ und „Freigabe aufheben“
Unter „Freigabelink anpassen“ kann man einstellen, was der Besitzer des Freigabelinks tun darf und man kann einen automatischen Ablauf der Freigabe einstellen. Mit „Freigabe aufheben“ wird die Freigabe beendet und auch Besitzer des Links sind wieder ausgesperrt. Eine Freigabe hat also den Vorteil, dass Dateien nur einmal in einem Ordner gesammelt werden müssen und man kann dann durch die Freigabe alle auf einen Stand bringen. Je nach den Freigabeeinstellungen können andere im Besitz des Links sogar eigene Dateien in diesen freigegebenen Ordner hoch laden. Man verschickt also keine Dateien mehr, bei denen sich dann jeder selbst kümmern muss, sondern weist mit dem Freigabelink der Weg zu den eigenen Dateien und gewährt den Zugang. Unter „Freigabelink anpassen“ kann man sogar einstellen, dass man ein Passwort benutzen muss, um wirklich Zugang zu bekommen. Dann hilft der Link alleine auch nicht.
Dokumentiert habe ich einiges in diesen Artikeln
Digitalisierung zuhause und unterwegs
