Artikel? ... Buch? ... Ebook?
Artikel und Bücher zu schreiben ist ein erfüllendes Hobby.
Ironischerweise schiesst einem immer wieder die Erinnerung an die eigene Schulzeit in den Kopf, in der man schon einen Aufsatz zu schreiben als "anstrengend" empfand. Im Laufe der Jahre wird das aber zum Glück anders und man liest selbst immer wieder gerne, was man mal geschrieben hat. Für einzelne selbst verfasste Artikel geht man bei den Portalen sozusagen hausieren und fragt einfach mal an. In meinem Fall ergab es sich so mit dem Explorer Magazin im Internet. Dort gibt es inzwischen einige Artikel von mir. Man muss kein Journalist oder Schriftsteller dafür sein. Artikel zu formulieren hat ja bei uns was mit persönlichem Erleben und Erfahrung zu tun.
Fängt man mal mit Artikeln für Internetveröffentlichungen an, dann ist es zum ersten Buch tatsächlich nicht weit. Hat man sich entschlossen ein paar Bits und Bytes zu Papier … pardon, zu Bildschirm, zu bringen, ergeben sich gleich viele Fragen. Obwohl eine Veröffentlichung durch Selfpublishing heute sehr einfach ist, fordert sie einen ganz schön, wenn man völlig unbedarft ist. Man kann man sie jedoch unkomplizierter gestalten, wenn man ein paar Regeln kennt.
Vielleicht sollte ich gleich dazu sagen, dass es hier nicht um Geld verdienen geht. Mein Text richtet sich an Hobbyschreiberlinge. Professionell geht sicher wieder anders. Man kann durch Selfpublishing durchaus ein wenig Geld verdienen. Zum Erhalt eines schönen Hobbies wird es reichen. Aber mehr zu erhoffen ist schon ambitioniert.
Selfpublishing
Im sogenannten Selfpublishing, also der Selbstveröffentlichung, entstehen keine Kosten für den Schreiberling. Der Hintergrund ist, dass selbst veröffentlichte Bücher gar nicht dafür gedacht sind, als anfassbares Buch in jeder Buchhandlung auf Vorrat zu stehen. Sollte eines besonders toll sein, dann mag sich so etwas trotzdem ergeben. Gedacht sind solche Bücher im Selfpublishing jedoch dafür, durch die erteilte ISBN Nummer und zugeteilter Genres, in jeder Buchhandlung digital auffindbar und bestellbar zu sein. Wird ein solches Buch dann bestellt, dann erst wird es physisch gedruckt und an den Käufer ausgeliefert. Moderne Druckmethoden machen es möglich. Man muss also nicht mehr erst mal eine ganze Palette Bücher auf eigene Kosten drucken lassen und dann in Buchhandlungen betteln gehen, dass sie die Bücher doch bitte verkaufen mögen. Noch heute verrotten wahrscheinlich tausende von Büchern in feuchten Kellern bei Leuten, die es versucht haben.
Anfangen
Man fängt in der Regel also erst mal an zu schreiben. Ist ein schlauer Text getippt, will man ihn natürlich «schön» machen, um ein brauchbares Druckerzeugnis zu bekommen. Man arrangiert den Text mit Absätzen und Überschriften ansehnlich und fortschreitend, setzt Bilder in verschiedenen Grössen dazwischen, die auch mal in Gruppen nebeneinander und übereinander angeordnet werden und hat dann irgendwann in der Mehrseitenansicht seiner Textverarbeitung ein optisch ansprechendes Erzeugnis produziert. Nach dem Prinzip Wysiwyg (what you see is what you get, was du siehst bekommst du) hat man dann eine recht gute Vorstellung, wie das fertige Druckerzeugnis in etwa aussehen wird. Da Bilder jedoch gedruckt immer ein wenig anders erzeugt werden, als auf dem Bildschirm gezeigt, sollte man später einen Probedruck machen lassen. Wenn man sich nun dazu verleiten lässt, auf Seiten mitten im Dokument noch etwas einzufügen, dann kann man mit grosser Sicherheit davon ausgehen, dass auf nachfolgenden Seiten Formatierungen und Bilder so verschoben sind, dass die Ansehnlichkeit sehr leiden wird. Man muss also alle Formatierungen danach kontrollieren. Das ergibt sich leider öfter, wenn man intuitiv und «planlos» vorgeht. Hat man das irgendwann zur eigenen Zufriedenheit erledigt stellt sich gleich wieder eine Frage. «Jetzt ist die ganze Arbeit, die ich mir machte, ganz nett geworden … warum konvertiere ich dann nicht gleich alles auch in ein ebook?»
Ganz einfach. Weil es nicht wirklich geht! Vielfach wird das zwar propagiert und von Selfpublishern wie Epubli auch empfohlen. Aber die Ergebnisse nach der empfohlenen Konversion bestehen dann die interne Prüfung nicht. Fehlerhinweise sind so kryptisch, dass man sich kaum auskennt. Der Grund dafür ist, dass wir in unserer eigenen Vorstellung vom gedruckten Buch sehr gefangen sind und uns einbilden, das wäre doch beides das gleiche. Genau das ist es eben nicht.
Der Unterschied ist, dass ein gedrucktes Buch aus einer PDF Datei in seiner Form ein für alle Mal fest gelegt ist, inklusive Seitenformat. Es ist statisch. Ein Ebook aber, das auf verschiedenen Geräten angezeigt werden soll, die sogar unterschiedliche Bildschirmauflösungen haben, muss dafür dynamisch angelegt sein. Es erklärt sich von selbst, dass auch Seitenzahlen zur Makulatur werden, wenn der Leser auf seinem Reader sogar Schriftart und -größe unterschiedlich einstellen kann. Jeder Ebook Reader erzeugt deshalb eigene Seitenzahlen. Man kommt also leider nicht darum herum einiges doppelt zu machen. Aber zum Glück nicht alles, wenn man gut plant.
Man kann eine Ebook-Datei im Prinzip wie eine Internetseite betrachten, weshalb sie auch im gleichen Code, nämlich in HTML geschrieben ist. Diese Internetseite wird halt nicht im Browser auf dem Computerbildschirm angezeigt, sondern auf dem Ebook Reader. Verständlicher wird es, wenn man sich vorstellt, dass ja auch eine Internetseite «nicht weiss», auf welchem Bildschirm und Gerät sie angezeigt wird. Sie muss deshalb dynamisch und variabel sein, damit sie überall leserlich ist.
Vorgehen
Nach diversen Versuchen konnte ich für mich heraus finden, wie man am Besten vorgeht.
Ich schreibe mit LibreOffice und speichere im OpenDocumentFormat. Dieses Format beherrschen inzwischen genügend freie Büroprogramme, so dass man Microsoft oder Apple mit Lizenzgebühren nicht braucht. Die Vorgehensweise bei den Formatierungseigenheiten ist aber bei den meisten Textverarbeitungs-programmen ähnlich. Deshalb ist es im Prinzip egal, welche Textverarbeitung man benutzt. Meine Empfehlung lautet immer Open Source.
Man erstellt also erst mal eine Datei. Ob das Seitenformat DIN A4 oder DIN A5 ist, ist erst einmal egal.
Ich lasse mich also erst vom Gedanken leiten, dass der Inhalt und damit der Text in beiden Varianten gleich sein wird. Eine weitestgehend unformatierte Textwüste kann also die Grundlage für beides sein. Ein paar Formatierungen kann man aber schon benutzen, weil sie in beiden Formaten funktionieren. Überschriften zu formatieren ist in beiden Versionen nötig und kann/muss schon alleine für die Übersichtlichkeit während des Schreibens gemacht werden. Ein Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen an den Anfang zu setzen erhöht dadurch den Überblick für einen selbst ungemein. Das Ebook möchte zwar ein Inhaltsverzeichnis ohne Seitenangabe, aber sie lassen sich später entfernen und für ein gedrucktes Buch wieder hinzufügen.

Meine Devise ist, lieber zu viele temporäre Überschriften, als zu wenig. Man weiss sonst bei grösseren Projekten nicht mehr, welche Themen man schon verarbeitet hat. Wird alles im Inhaltsverzeichnis gezeigt, dann kann man sich mit wenigen Blicken Übersicht verschaffen. Überzählige Überschriften lassen sich leicht wieder entfernen, wenn man im Stadium «alles schön machen» ist.
Kommen wir zu den Bildern.
Heutzutage hat man oft Bildmaterial in Hülle und Fülle, denn jedes Telefon macht qualitativ brauchbare Bilder. Man kann diese Bilder direkt nutzen, um sie in sein Dokument einzubinden, wird aber schnell merken, dass diese Bilder viel zu gross sind und das Dokument enorm aufblähen. Da sind schnell Dateigrössen von >150MB erreicht und damit wird jede Textverarbeitung dann schon recht zäh. Es lohnt sich also, sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen, wie man mit Bildern umgehen will. Für mich hat bei einem DIN A5 Buch für Bilder eine Breite von 1400 Px bewährt. Die Höhe der Bilder ist durch Zuschnitt häufig sehr unterschiedlich.
Bei angeordneten, gruppierten Bildern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, sie in einem Bildverarbeitungsprogramm zu einem Bild zusammenzufassen. Hat man zB drei Bilder in dieser Anordnung

dann gibt es zwar einen schönen Umlauf, aber es verkompliziert vieles, wenn man kein Profi ist. Verankert man das einzelne Bild an einem Zeichen oder als Zeichen? Verankert man es an einem Absatz oder an einer Seite? Wenn sie schon verrutschen, dann doch bitte alle gleichartig. Tun sie leider selten.
Hat man nur noch ein Bild (das aber alle drei darstellt) einzufügen, lässt sich das viel leichter gestalten und auch später für das ebook viel besser nutzen. Man verzichtet dann zwar auf und den schönen Umlauf, aber man muss nur noch ein Bild einfügen und nicht drei angeordnete, deren Platz sich sowieso wieder verändern wird, wenn man Text ergänzt. Ein einzelnes Bild bleibt viel einfacher an der gleichen Stelle im Text.
Nun hat man von Anfang an gleich mal, fast wie von selbst, die Struktur des Ebooks erzeugt. Es ist viel einfacher, aus dem Ebook eine PDF-Datei für ein gedrucktes Buch zu erzeugen, als umgekehrt. Ich gebe zu, dass es der Intuition widerspricht, diese Reihenfolge umzukehren. Zum Schluss macht es aber deutlich weniger Formatierungsarbeit. Da es uns doch eigentlich mehr um Inhalte als um Formatierungen geht, ist das nicht unerwünscht. Die Devise beim Ebook – und deshalb auch bei der Erstellung eines Ebooks und eines gedruckten Buches – lautet also erst einmal: So wenig Formatierungen wie möglich, nur so viel wie nötig.
Nötig sind erst einmal nur ein Inhaltsverzeichnis ohne Seitenzahlen, Überschriften und Absätze. Zu vermeiden sind Kopfzeilen und Fußzeilen. Die Seitenzahlen stecken üblicherweise in den Fußzeilen. Seitenumbrüche dürfen auch nicht vorhanden sein.
Da das nun alles so weit fertig ist könnte man nun tatsächlich prüfen, wie das Ergebnis auf einem Reader aussieht.
Man kann zwar mit dem entsprechenden Plugin sogar aus LibreOffice heraus im epub-Format speichern, aber der Zwischenschritt über das freie «Calibre» ist sinnvoll, weil es mehr Kontrolle bietet, vor allem auch optische. Dazu exportiert man zuerst aus seiner Textverarbeitung eine PDF Datei. Dadurch kann man sie schon mal in einem PDF Reader anschauen.
Diese PDF Datei kann man nun in Calibre importieren, um dort die Umwandlung in das epub Format für einen Ebook Reader zu machen.
Im Programm Calibre kann man nun konvertieren.

Mit «Bücher hinzufügen» importiert man zuerst die PDF Datei in Calibre, worauf es im grossen Fenster erscheint. Der Knopf «Bücher konvertieren» ist nun weitgehend selbsterklärend. Bei der Konvertierung werden dann noch weitere Metadaten eingegeben und man kann ein Titelbild festlegen.
Das Ebook kann man nun als fertig betrachten und deshalb auf der gleichen Basis zum druckbaren Buch schreiten. Im Wesentlichen ergänzen wir in unserer bereits erzeugten Datei in der Textverarbeitung nur, was für ein Ebook zu vermeiden ist. Wir ergänzen das Inhaltsverzeichnis also wieder um Seitenzahlen, geben ein Seitenformat mit Rändern an und fügen vor allem die Seitenzahlen selbst in Form der Fusszeile ein. Ab jetzt kann man sich mit Formatierungen austoben, denn - da alles statisch sein wird - verändert sich auch nichts mehr ... wenn man von vorne nach hinten durch geht. Das ist wichtig, denn Texterweiterungen oder andere Veränderungen ziehen einen Rattenschwanz nach sich. Nur alles, was VOR der Veränderung ist, bleibt sicher gleich. Diese Datei, als PDF exportiert, repräsentiert dann, was als Buch gedruckt wird.
Ist man nun zu einem endgültigen Ergebnis gelangt, ist noch zu erwähnen, dass der Verdienst für den Schreiberling bei einem gedruckten Buch natürlich nicht so hoch ist, wie bei einem Ebook. Das Ebook wird zwar viel günstiger angeboten, aber da keine Druckkosten anfallen, ist der Verdienstanteil für den Schreiberling am Verkaufspreis höher.
Ungoogled Chromium funktionierte bei epubli.com besser als Firefox
